Die Landwirte stehen heute vor besonders großen Herausforderungen
Immer mehr Vorschriften, hohe Umweltauflagen, unzureichende Einkommen und zunehmender Verwaltungsdruck: die Situation ist schwierig und die Sorgen sind groß.
Hinzu kommen die Bedenken im Zusammenhang mit internationalen Handelsabkommen, insbesondere dem Mercosur, die eine unfaire Konkurrenz befürchten lassen. Man kann nicht immer höhere Anforderungen an unsere Landwirte stellen und gleichzeitig den Markt für Produkte öffnen, die nicht denselben gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Standards entsprechen.
Eine Realität, die auch Muespach betrifft
Diese Diskussion ist keineswegs theoretisch. In Muespach ist die Landwirtschaft ein fester Bestandteil des Dorflebens.
Es gibt Ackerbau, aber auch Tierhaltungen mit Rindern, Schafen und Geflügel sowie Gemüseanbau, Obstbäume und vielfältige landwirtschaftliche Betriebe.
Frauen und Männer, die täglich arbeiten, um die Bevölkerung zu versorgen, unsere Landschaft zu pflegen und den ländlichen Raum lebendig zu halten.
In einem ländlichen Dorf wie unserem weiß man, was die Arbeit in der Landwirtschaft bedeutet: lange Arbeitstage, große Verantwortung, Leidenschaft für den Beruf, oft bei immer geringer werdenden Erträgen.
Lokal handeln: zuhören, den Dialog suchen und gemeinsam Lösungen finden
Ein Bürgermeister entscheidet nicht über internationale Handelsabkommen. Er kann und er muss jedoch auf kommunaler Ebene handeln, mit gesundem Menschenverstand und Pragmatismus.
Der wichtigste Ansatz auf lokaler Ebene ist der Dialog. Direkt mit unseren Landwirten zu sprechen, sich Zeit zu nehmen zuzuhören und ihre konkreten Herausforderungen und Erwartungen zu verstehen, ist unverzichtbar.
Durch diesen direkten Austausch mit den lokalen Akteuren kann gemeinsam definiert werden, wie die Gemeinde auf ihrer Ebene konkret helfen kann: sinnvoll, realistisch und angepasst an die Gegebenheiten vor Ort.
Konkrete Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene
Regeln mit Augenmaß anwenden
- Unnötige zusätzliche kommunale Auflagen vermeiden
- Dialog dem Sanktionieren vorziehen
- Einzelfallbezogene Lösungen im Vertrauensverhältnis suchen
Verantwortungsvolle kommunale Entscheidungen treffen
- Landwirtschaftliche Flächen und ihre Bestimmung schützen
- Unnötige Bodenversiegelung vermeiden
- Nutzungskonflikte zwischen Anwohnern und Landwirtschaft frühzeitig berücksichtigen
- Die Rolle der Landwirtschaft im Dorfleben klar anerkennen
Die lokale Landwirtschaft unterstützen und wertschätzen
- Regionale Produkte und kurze Vermarktungswege fördern
- Landwirte bei kommunalen Veranstaltungen sichtbar machen
- Ihre zentrale Rolle öffentlich anerkennen
Sprachrohr für die Anliegen vor Ort sein
- Die Stimme der Landwirte gegenüber anderen Ebenen vertreten
- Ihre konkreten Schwierigkeiten weitertragen
- Lokale gemeinsame Initiativen unterstützen
- Landwirte nicht allein lassen gegenüber Entscheidungen fernab der Realität
Eine Frage von Kohärenz, Respekt und Nähe
Unsere Landwirte zu unterstützen bedeutet nicht, Gruppen gegeneinander auszuspielen. Es bedeutet, gesunden Menschenverstand, kohärente öffentliche Entscheidungen und Respekt für gut geleistete Arbeit zu verteidigen.
In einem ländlichen Dorf ist die Landwirtschaft kein Thema unter vielen. Sie ist ein Reichtum, eine Identität und eine tragende Säule unserer gemeinsamen Zukunft.
Und wenn ich morgen wieder Verantwortung für unsere Gemeinde trage, wird diese Unterstützung vor allem durch Zuhören und den direkten Austausch mit unseren Landwirten erfolgen, um gemeinsam konkrete lokale Hilfen zu entwickeln, nah am Gelände und an den realen Bedürfnissen vor Ort.






